Die der AVEG-KON angeschlossene AGİF hat mit einer Erklärung die Arbeiterklasse und die Beschäftigten in Deutschland zur Solidarität mit dem Lufthansa-Streik aufgerufen.

Wir veröffentlichen die Erklärung im Wortlaut:

Unsere Solidarität gilt den streikenden Lufthansa-Beschäftigten! Heute sind die Beschäftigten der Lufthansa deutschlandweit in den Streik getreten. Wegen des Streiks wurden an vielen Flughäfen, allen voran Frankfurt und München, Hunderte Flüge gestrichen. Am Streik beteiligen sich Pilotinnen und Piloten sowie die Beschäftigten am Boden. Wenn Lufthansa-Beschäftigte streiken, geht es nicht darum, dass „der Urlaub gefährdet“ ist – es geht um die Würde der Arbeit. Pilotinnen, Piloten und Kabinenpersonal tragen täglich Verantwortung für Sicherheit, für Menschenleben und für das Funktionieren eines hochkomplexen Systems, das Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet.

Sie sind es, die das System am Laufen halten. Und wenn sie sagen „So kann es nicht weitergehen“, dann müssen wir ihnen zuhören. Streik ist kein Egoismus. Streik ist ein Recht – ein hart erkämpftes Recht. Niemand legt leichtfertig die Arbeit nieder, schon gar nicht in einem Beruf unter starker öffentlicher Beobachtung. Streik bedeutet Lohnverlust, Druck und Angriffe. Wer diesen Schritt geht, tut es, weil Verhandlungen ergebnislos blieben und Respekt, faire Bezahlung oder erträgliche Arbeitsbedingungen verweigert wurden. Große Konzerne erwarten Flexibilität rund um die Uhr, hohe Leistung und Aufopferung. Sobald die Beschäftigten aber den ihnen zustehenden Anteil fordern, ist plötzlich von „Unverhältnismäßigkeit“ die Rede. Das ist eine Verdrehung der Wirklichkeit. Ohne die Arbeitenden gibt es kein Unternehmen, keinen Flugbetrieb und keinen Profit für die Eigentümer. Wert entsteht durch Arbeit – und Arbeit verdient Respekt und faire Bedingungen. Natürlich verursacht ein Streik Störungen. Aber das muss er auch. Genau daher rührt seine Kraft. Liefe alles reibungslos weiter, entstünde kein Druck für Veränderung. Wer sich heute über gestrichene Flüge ärgert, sollte fragen:

Was treibt Menschen dazu, zu diesem Mittel zu greifen? Die Antwort sind meist keine überzogenen Forderungen, sondern jahrelanger Sparzwang, wachsende Arbeitsbelastung und das Gefühl, nicht gehört zu werden. Solidarität heißt, nicht zuzulassen, dass Menschen gegeneinander aufgehetzt werden – dass also Reisende nicht gegen Beschäftigte und Kundinnen nicht gegen das Kabinenpersonal gestellt werden. Solidarität heißt zu verstehen, dass gute Arbeitsbedingungen kein Luxus sind, sondern die Grundlage von Sicherheit, Qualität und Verlässlichkeit. Wer heute für faire Bedingungen kämpft, verteidigt Standards, von denen morgen alle profitieren. Deshalb stehen wir an der Seite der Streikenden. Weil soziale Rechte nicht geschenkt werden. Weil Mitbestimmung keine Gnade ist. Und weil eine gerechte Gesellschaft nur möglich ist, wenn jene, die die Arbeit leisten, die Kraft haben, ihre eigenen Interessen zu vertreten.

Wir rufen die gesamte Arbeiterklasse in Deutschland, die Beschäftigten und unsere migrantischen Communities zur Solidarität mit den Lufthansa-Beschäftigten auf. Bauen wir die Solidarität mit ihnen aus!

Es lebe die Klassensolidarität!

Föderation der Arbeitsimmigrant/innen in Deutschland (AGİF)

Quelle: avegkon.com

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