Die Beschäftigten der Firma Birtat in Stuttgart hatten sich seit Anfang 2025 unter Führung einer Gruppe von Kolleginnen und Kollegen in der Gewerkschaft NGG organisiert und das Recht auf einen Tarifvertrag erlangt. Nachdem die Unternehmensleitung die Gewerkschaft nicht anerkannte, erkämpften sie das Gewerkschaftsrecht in einem drei Monate andauernden Widerstand mit Streiks. DIE BIRTAT-BESCHÄFTIGTEN LEISTEN AUCH IM NEUEN KAMPFJAHR WIDERSTAND UND SIND ENTSCHLOSSEN ZUM ORGANISIERTEN KAMPF! Am 17. Januar veranstaltete die Gewerkschaft NGG in Stuttgart gemeinsam mit den Beschäftigten und ihren Unterstützerinnen eine Neujahrsfeier, um die Solidarität auszubauen. Zu dem Solidaritätsabend in einem Restaurant in Asperg bei Ludwigsburg waren auch die migrantischen Organisationen eingeladen, die den Widerstand durchgehend begleitet hatten: die der AVEG-KON angeschlossene AGİF und die DİDF. Von der AGİF nahmen zwei Vertreter teil. Die NGG-Vorsitzende Magdalena Krüger dankte in ihrer Rede den Beschäftigten, die sich nicht scheuten, sich zu organisieren, und bis zum Schluss Widerstand leisteten, sowie den migrantischen Arbeiterorganisationen, den Gewerkschaften und demokratischen Einrichtungen für ihre Unterstützung und Solidarität. Krüger betonte, der Kampf und der erste Erfolg seien erst der Anfang; der Kampf werde weitergehen und man müsse auf neue Streiks und Auseinandersetzungen vorbereitet sein. Am Abend erhielten die führenden Kolleginnen und Kollegen, die die Beschäftigten organisiert hatten und nach der gewerkschaftlichen Anerkennung als siebenköpfige Betriebsvertretung tätig sind, von der Gewerkschaft eine Ehrenplakette. Auch der AGİF-Ko-Vorsitzende Ersin Sedefoğlu sowie Ali Çarman, Vertreter der DİDF und der Zeitung Evrensel in Stuttgart, wurden für ihre große Unterstützung bei der Organisierung des Streiks und beim Erfolg geehrt. Nach dem Essen tanzten die Beschäftigten Halay zu bulgarischen, romanes-, kurdisch- und türkischsprachigen Liedern und feierten gemeinsam. Bei der Veranstaltung, auf der überwiegend kurdische Lieder gespielt wurden, fiel auf, wie die Gewerkschaftsvorsitzende Magdalena Krüger sowie junge migrantische Arbeiterinnen aus Polen, aus Roma-Communities und aus Bulgarien den im Streik erlernten Halay Schulter an Schulter mit ihren ebenfalls national unterdrückten kurdischen Kolleginnen und Kollegen tanzten. Im Verlauf des Birtat-Streiks, in dem „die Einheit der Arbeiterinnen und die Geschwisterlichkeit der Völker“ zu gelebter Kollegialität wurde und sich das Klassenbewusstsein entwickelte, trat auch die gemeinsame Kultur unter den migrantischen Beschäftigten zutage. Im August 2026 steht eine neue Tarifrunde für Beschäftigte zweier Entgeltgruppen an, zum Jahresende läuft der bisherige allgemeine Tarifvertrag aus. Die Gewerkschaft und die Birtat-Beschäftigten werden ab August neue Lohnforderungen stellen. Angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit einer ablehnenden Haltung des Arbeitgebers bereiten sich die Beschäftigten auf einen neuen Streik vor. Die AGİF, die Gespräche mit den führenden Kolleginnen und Kollegen führt, wird bis zur neuen Streikphase Veranstaltungen durchführen, um die Solidarität und die organisierte Kraft auszubauen. Quelle: avegkon.com Beitragsnavigation AGİF: Druck und Verbote sind vergeblich! Solidarität mit Gefangenen ist kein Verbrechen, sondern eine Frage der Würde Stuttgart: Auf Aufruf von AGİF und Young Struggle gegen die Verhaftung von Sozialistinnen und Sozialisten protestiert