Written by 5:00 p.m. ERKLÄRUNGEN

Erol Ispir war kein Einzelfall!

Wir fordern Rechenschaft von den Mördern und den Handlangern!

Erol Ispir wurde vor genau 25 Jahren am 1. Juli 1999 von türkischen Faschisten in den Räumen der AGIF (Föderation der Arbeitsmigrant:innen in Deutschland) ermordet.

Erol Ispir war ein politischer Flüchtling, dessen Antrag auf politisches Asyl abgelehnt worden war. Er musste in Deutschland ohne Papiere leben und wurde von seinen Genossen aus dem Kölner AGIF-Verein unterstütz. Er war ein liebenswerter freundlicher und schüchterner Mensch.

Am 1. Juli 1999 griffen zwei organisierte türkische Faschisten das Vereinslokal in Köln Kalk an und erstachen Erol Ispir. Erol Ispir war alleine, er konnte sich gegen die beiden erprobten Kampfsportler in keinster Weise währen. Einer hielt ihn fest, während der andere zustach. So starb er.

Der rassistische und faschistische Mord an Erol Ispir wurde im Nachhinein vom deutschen Staat und dem Verfassungsschutz bagatellisiert und entpolitisiert. Grundlage für den späteren Prozess wurden ausgerechnet die Aussagen der faschistischen Mörder. Alles was sie sagten wurde zu Grundlage des Strafmaßes genommen. Sie behaupteten dass es einen Streit gab und so wurde aus dem politisch motivierten Mord ein persönlicher Streit zwischen zwei Mördern und einem Ermordeten. Sie behaupteten dass er sie angriff und so wurde aus dem Mord, Notwehr. Die Presse sprach von einer Auseinandersetzung zwischen Türken und Kurden, dabei war es keine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen Ethnien sondern eine gezielter politsicher Mord, ausgeübt von zwei organisierten türkischen Faschisten. Die deutschen Behörden und der deutsche Geheimdienst verhielt sich gegenüber den Tätern äußerst wohlwollend. Es kann in keinster Weise von einer Aufklärung des Sachverhaltes oder einem gerechten Prozess gesprochen werden. Vieles ähnelte den Prozessen gegenüber Neonazis, organisierten deutschen Faschisten oder den Helfern der NSU innerhalb des deutschen Verfassungsschutzes. Diese Handlungsweise motiviert organisierte Faschisten zu neuen Taten und schüchtert sie nicht ein.

Die beiden Mörder waren organisierte Mitglieder der Grauen Wölfe und stadtbekannte türkische Faschisten. Ihre Tat reiht sich in die Unzähligen Taten, die der Ermordung von Erol Ispir vorausgingen und folgen sollten. Sie waren die Ausführer, aber ihre Taten wurden motiviert und vielleicht sogar gelenkt durch den faschistischen türkischen Staat und dem türkischen Geheimdienst, welches mit direkter oder indirekter Hilfe von ihren europäischen Partnergeheimdiensten politische Gegner in Europa ermordet und mundtot macht. Neueste Beispiel sind die Morde an Evin Goyi, Pir Perwer und Abdurrahman Kizil, wo das gleiche Muster aufzufinden ist.

Wir sehen, dass nach jedem politisch motivierten Mord der Grauen Wölfe oder des türkischen Auslandsgeheimdienstes MHP, die Behörden im Sinne der Mörder und des Mörderstaates Türkei agieren und die Taten vertuschen oder bagatellisiert werden. Es wird im Sinne der Täter, und nicht im Sinne der Geschädigten gehandelt. Wir sehen dass es keine Gerechtigkeit, Aufklärung und Aufarbeitung durch die Behörden geben kann. Wir sehen dass nach jedem rassistischen oder faschistischen Mord die Hinterbliebenen und Freunde der Geschädigten nur die Wahrheit ans Licht bringen können. Wir sehen dass wir uns auf den Staat und die Polizei nicht verlassen können. Wir sehen dass wir aktiv sein müssen gegen Rassismus und Faschismus, um Gerechtigkeit zu gewährleisten. Deswegen rufen wir am 25. Todestag unseres Genossen Erol Ispir zum organisierten und gemeinsamen Kampf gegen Rassismus und Faschismus auf.

HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT

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